| Grenzverkehr
Installation.
Diaprojektion auf weiße Kinderkleider, Baumwolle, je ca. 75 x 40
cm, mit Metallbügeln. Insgesamt 24 Schwarz-Weiß-Photographien nach
bearbeiteten Internetvorlagen in 6 Serien à 4 Bildern.
Das
Kleid: In Wohnungsfenstern und Haustüren aufgehängte
Kinderkleidung gilt im deutsch-tschechischen Grenzgebiet als
Erkennungszeichen für Kinderprostitution.
Die
Bilder: Die Vorlagen für die projizierten Photographien stammen
von Internetseiten, auf denen Kinder für ein pädophiles Publikum
nackt oder in aufreizender Kleidung posieren. Die Bilder wurden so
bearbeitet, daß jeweils vier gleiche, aber zunehmend unschärfer
und maskenhafter werdende Portraits aufeinanderfolgen.
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„Im
deutsch-tschechischen Grenzgebiet hat sich ein florierender Markt für
Kindersex entwickelt. (...) Die Mädchen und Jungen halten sich an
Tankstellen, Bushaltestellen oder Raststätten auf. Innerhalb der
Ortschaften findet man sie auch in Parks, vor Supermärkten und Eingängen
von Spielhallen, am Bahnhof oder in Hauseinfahrten. (...) In manchen
Straßenvierteln warten die Kinder in Autos oder am Fenster von
Wohnhäusern auf die Sextouristen. (...) Die (...) Kinder (...)
kommen aus sozial benachteiligten, verarmten und kinderreichen
Familien (...). Die Eltern sind meist arbeitslos, viele sind drogen-
und / oder alkoholabhängig, einige sitzen im Gefängnis. Die Kinder
fallen oft durch ihr verwahrlostes Äußeres auf, sie besuchen nur
selten die Schule und sind täglich damit beschäftigt, den
Lebensunterhalt für ihre Familie zu verdienen. (...) Viele von
ihnen wurden bereits vor ihrem Einstieg in die Prostitution
vergewaltigt und sexuell mißbraucht. (...). Als Bezahlung erhalten
die Kinder meist fünf bis 25 Euro. Manchmal gibt es auch nur Süßigkeiten.
(...) Oft sind die Zuhälter Verwandte der Opfer: Mütter, Großmütter,
andere Familienangehörige oder auch Bekannte der Familie. (...) Die
Täter sind vorwiegend deutsche Sextouristen aus den angrenzenden
Regionen der Bundesländer Bayern und Sachsen – erkennbar an den
Autokennzeichen. Immer häufiger kommen aber auch Wagen aus ganz
Deutschland, aus Österreich und Italien. (...) Die Sextouristen
reisen fast immer alleine an – meist mit Mittel- und
Oberklassewagen, manchmal auch in Kleinbussen mit verdunkelten
Scheiben. Ihr Alter liegt zwischen 18 und 80 Jahren (...). Es gibt
Freier, die mehrmals wöchentlich anreisen, andere kommen in größeren
Abständen.“
aus:
Cathrin Schauer: Kinder auf dem Strich. Bericht von der
deutsch-tschechischen Grenze. Herausgegeben 2003 von UNICEF
Deutschland. Kurzfassung der Untersuchungsergebnisse
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