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| Resurrectio (Wir
werden auferstehen)
Audio-Installation.
4 Resonanzschwinger mit Oszillatorschaltung, Batteriebetrieb, in
Regenabflußgullys versenkt (Kriegerdenkmal im Hofgarten, München).
Das
Kriegerdenkmal im Münchner Hofgarten, von Thomas Wechs, Eberhard
Finsterwalder und Karl Knappe entworfen und zwischen 1924 und 1928
errichtet, paraphrasiert mit seinen zwölf schweren, um einen gruftähnlichen
Raum gruppierten Steinpfeilern und der massiven Steindecke die
Bauformen eines germanischen Hünengrabes. Das Innere birgt die
Bronzeplastik eines toten, aber unverwundeten Soldaten, der ein
Maschinengewehr über der Brust hält (Künstler: Bernhard Bleeker). Zusammen mit der an der Außenseite
angebrachten Inschrift „Sie werden auferstehen" mutet dieses
Ensemble im Hinblick auf die Entstehungszeit wie eine düstere
Prophezeiung an.
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Heute
ist das Denkmal mit wenigen Hinzufügungen an den Inschriften vom
Kriegerdenkmal zur Gedenkstätte für alle in den Weltkriegen ums
Leben gekommene Münchner umgewidmet; zum Volkstrauertag finden hier
offizielle Gedenkfeiern statt –
die freilich auch mitunter Publikum aus dem rechten politischen
Spektrum anziehen. Angesichts der problematisch einfach, ja naiv
vorgenommenen Umschreibung eines Kriegsmonuments zu einem Mahnmal ist
dies nicht allzu verwunderlich. Dezente Änderungen an der
Beschriftung sind kaum ausreichend, um die eindeutig stärkere
visuelle Wirkung zu brechen.
Diesen
Widerspruch zwischen dem Zweck und dem ideologischen Kontext, für den
das Kriegerdenkmal einst erbaut wurde, und den Aufgaben, die ein
Mahnmal gegen den Krieg und für die Toten eines Krieges heute zu erfüllen
hätte, möchte die Arbeit durch einen kleinen Eingriff in die als
unzeitgemäß pathetisch empfundene Atmosphäre des Gruftraumes
thematisieren: In den Regenabflußgullys an den vier Ecken des Raumes
werden Resonanzschwinger installiert, die mittels einer
Oszillatorschaltung einen hochfrequenten Ton erzeugen. Beim Betreten
des Denkmals legt sich ein nicht allzu lautes, aber lästiges, schwer
zu ortendes hohes, surrendes Geräusch über den Besucher. Ohne daß
der Ort eine visuelle Veränderung erfahren hätte, wandelt sich durch
die akustische Intervention seine Wirkung erheblich. Die ehrfürchtige
Stille weicht einer unangenehmen, vielleicht sogar bedrohlich
wirkenden Irritation, das Pathos des Ortes und seine Berechtigung sind
in Frage gestellt.
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|  Oben:
Ansicht des Installationsortes (Regenabflußgullys in geschlossenem
und in geöffnetem Zustand) Unten: Resonanzschwinger mit
Oszillatorschaltung zur Erzeugung hochfrequenter Töne

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